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Richtlinien zur Vergabe der Spendengelder (10/2022)

siehe "Spenden und Sachspenden"


Anträge




 

Runder Tisch Flüchtlingsarbeit Aichtal 

Im ‚Runden Tisch Flüchtlingsarbeit Aichtal’ haben sich  Bürger und Bürgerinnen Aichtals zusammengefunden, um die Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat zu unterstützen. Wir wollen sie als Menschen ernst nehmen und ihre Integration fördern. Ein besonderes Anliegen ist es, Kontakte zwischen ihnen und den Menschen in Aichtal aufzubauen. Daneben begleitet der ‚Runde Tisch’ sie in ihrem Alltag, beim Umgang mit den Ämtern­, in ihrem Asylverfahren und später bei der Wohnungs- und Arbeitssuche. Der ‚Runde Tisch’ hat sich 2011 gegründet, als die ersten Flüchtlinge (wieder) in die Unterkunft in die Nürtinger Str. 33 in Grötzingen kamen. Wir arbeiten ehrenamtlich und über alle Partei- und Religionsgrenzen hinweg. Organisatorisch ist der Runde Tisch Flüchtlingsarbeit Aichtal an die evangelische Kirchengemeinde Grötzingen angebunden.  

Im November 2016 wurde der Runde Tisch Flüchtlingsarbeit Aichtal mit dem Ehrenamtspreis "starke Helfer", eine Aktion der Nürtinger Zeitung in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Kreisparkasse Esslingen-Nürtingen, und der Patenschaft von Herrn Ministerpräsident Kretschmann ausgezeichnet.



Text eines Asylsuchenden

Im Oktober 2015 lebte Ibrahim in der Notunterkunft in den Stockwiesen. Aus seiner Heimat Irak musste er fliehen. Seine Gefühle fasst er in Worte:

Vergessene Sehnsucht

Vielleicht werde ich mein Leben hier neu beginnen

Aber das bedeutet, dass ich mein Land vergessen muss

Meine Heimat

Jeden Tag vermisse ich sie

Vielleicht jeden Moment

Manchmal versuche ich meine Heimat und meine Familie zu vergessen,

aber ich kann nicht

Wenn ich einige alte Leute sehe,

Glaube ich meine Eltern gesehen zu haben

Wenn ich einige junge Leute sehe

Sehe ich meine Geschwister

Hier gibt es viele nette Leute, die alles machen,

damit ich meine Probleme vergesse

Sie tun alles, damit wir vergessen,

Aber das ist sehr schwierig

Für einige Minuten können wir vergessen

Danach ist die Sehnsucht wieder zurück

Du kannst nie vergessen,

wenn du alles verloren hast.

Am Ende:

Alle Leute hier – ihr seid meine Familie

Danke von Herzen Deutschland…

(Ibrahim Taher, 25, Irak)

Flüchtlingsunterkunft in den Stockwiesen, Aich 2015-2018

 

 

 

 

 

Begegnungen und Aktivitäten

 

 

 

 

Fototermin - biometrische Passfotos sind für das Asygesuch notwendig

 

 

Kleiderkammer mit Unterstützung der Firma Putzmeister

  

 

 

 

 Kurze Entspannung bei Musik und Tanz


Treffpunkt Café in der Scheuer - ein voller Erfolg

 

 

Ausflug auf die Schwäbische Alb

 

Lauftreff 

 

Beim Boxtraining 

 

Spiel und Spaß beim Fußball 

 

 

 

Leserbrief vom 12. Oktober 2015 

300 Flüchtlinge in einer Fabrikhalle in Aich    

Zur Zeit suchen Tausende Menschen in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung. Wir müssen und wollen ihnen Zuflucht und eine neue Heimat geben. 

 

Schon von März 2011 bis Januar 2014 lebten 28 junge Männer in der Gemeinschaftsunterkunft in Aichtal. Menschen mit verschiedenem kulturellem Hintergrund wohnten in Grötzingen in der Nürtinger Straße 33, bis ein Brand das Haus unbewohnbar machte und die Flüchtlinge nach Sielmingen umziehen mussten.

 

Fast zwei Jahre vergingen ohne dass eine neue Unterkunft in Aichtal gefunden bzw. bereitgestellt wurde.Verschiedene Standorte in Aichtal waren vom LRA zwar geprüft worden, aber nichts konnte realisiert werden. Und das, obwohl die Erstaufnahmeeinrichtungen überfüllt sind und es an Plätzen zur vorläufigen Unterbringung fehlt. Wertvolle Zeit verstrich.


Nachdem im Sommer 2015 der Bau einer geplanten Unterkunft im Gewerbegebiet in Aich gescheitert war, da der Eigentümer das Grundstück überraschend anderweitig veräußert hatte, hat sich nun in direkter Nachbarschaft dazu ein neues Objekt gefunden: Eine ehemalige Fabrikhalle in den Stockwiesen wird ab Donnerstag, 15. Oktober 2015, zur "Heimat" für 300 Flüchtlinge. Die Menschen werden ein Dach über dem Kopf haben - aber auch nicht viel mehr. Privatsphäre gibt es in der Fabrikhalle keine, wie die Flüchtlinge in dem Riesenraum zur Ruhe kommen sollen, ist kaum vorstellbar. Da es keine Kochmöglichkeiten gibt, sollen die Menschen zunächst durch einen Cateringservice versorgt werden. Bleibt zu hoffen, dass rechtzeitig genügend Sanitärcontainer aufgestellt sind, um die notwendigsten hygienischen Voraussetzungen zu bieten.   

Wie sollen sich die Menschen unter solchen Bedingungen von den Strapazen der Flucht erholen, wie ihre Traumata verarbeiten können? Wie kann ein friedliches Miteinander so vieler Menschen auf engstem Raum gelingen? Wie kann gar eine Integration in unsere Stadt möglich werden?

Wir wissen, dass wir im Moment eine unglaubliche Fluchtwelle erleben und haben Verständnis dafür, dass dies die Verwaltung und uns alle vor große Probleme stellt. Wir sehen aber auch, dass der Politik hier Versäumnisse vorgeworfen werden müssen, da man jahrelang das Flüchtlingsproblem nicht richtig ins Auge gefasst und eben nicht vorausschauend gehandelt hat.  

 

Klar muss sein, dass eine Unterkunft in einer Fabrikhalle wie in den Stockwiesen  nur eine kurzfristige Notlösung sein darf. Wir appelieren an die Verantwortlichen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um möglichst schnell menschenwürdige Unterkünfte dezentral bereitstellen zu können. 


Und wir alle sind als Bürger gefordert, den Flüchtlingen den Weg in unsere Gemeinschaft zu ebnen. Gehen Sie mit Freundlichkeit und Toleranz auf die neuen Mitbürger zu, lassen Sie sich nicht von Vorurteilen oder einzelnen negativen Erfahrungen beherrschen
. Lernen Sie die Menschen kennen, erfahren sie etwas von deren Kultur und lassen Sie sie teilhaben an dem, wie wir leben und was uns wichtig ist. (Annette Thaler) 

 

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Aktuell: Begleiterkreis gebildet
Um die vielen Menschen zu unterstützen, die im Oktober und Dezember 2022 nach Aichtal kamen bzw. noch kommen,  hat der Runde Tisch Flüchtlingsarbeit Aichtal einen Begleiterkreis gebildet. Teams von 3 bis 5 Personen betreuen jeweils eine Unterkunft und sind als Ansprechpartner und Helfer für die Bewohner da. Sie beantworten Fragen, unterstützen im Alltag, hören sich die Nöte an und bilden die Brücke zu den beiden Integrationsmanagerinnen, die mit der Vielzahl der Menschen, die jetzt auf einmal kommen, sehr gefordert sind.

Falls Sie uns unterstützen können, melden Sie sich bitte.